Logo: CEDGuide

ErnährungFette Milchprodukte – möglicherweise gesünder für CED-Patienten als bisher angenommen

09.03.2026Ausgabe 1/20262min. Lesedauer

Die Ernährung hat zweifellos Einfluss auf den Verlauf einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Allerdings gibt es bisher kaum Daten dazu, welche Nahrungsbestandteile tatsächlich den Erhalt einer Remission oder das Flarerisiko beeinflussen. Niederländische Wissenschaftler haben in einer aufwendigen Studie versucht, Nahrungsbestandteile mit der Krankheitsaktivität von CED-Patienten zu korrelieren. Überraschenderweise wurden dabei die stärksten Assoziationen mit einer Remission bei Nahrungskomponenten gefunden, von denen es die meisten nicht erwartet hätten: Fettsäuren.

Viele CED-Patienten würden Fette und Milchprodukte eher meiden, schreiben die Studienautoren, weil sie für potentielle Trigger von Flares gehalten würden. Auch in der untersuchten Studienkohorte war der Konsum von Fett und Milchprodukten geringer als in der niederländischen Allgemeinbevölkerung. Den neuen Daten aus den Niederlanden zufolge könnte künftig jedoch auch die Zufuhr fetter Milchprodukte oder die gezielte Supplementation einzelner Fettsäuren empfohlen werden.

135 CED-Patienten des Universitätsklinikums in Utrecht im Alter von 19 bis 68 Jahren (73 mit Morbus Crohn, 62 mit Colitus ulcerosa, 56% Frauen), die zu Beginn in klinischer und/oder endoskopischer Remission waren, wurden in die Studie aufgenommen. Im Verlauf von im Median 29 Monaten entwickelten 41 Patienten (30%) einen Krankheitsschub, definiert als Notwendigkeit der Erhöhung der Medikation, aktive Erkrankung in der Endoskopie oder Hospitalisierung aufgrund ihrer CED.

Anhand von Ernährungsfragebögen wurde der mögliche Einfluss bestimmter Nahrungsbestandteile untersucht. Von initial 768 Nahrungskomponenten wurden mithilfe von Random-Forest-Algorithmen 35 Komponenten herausgefiltert, die am stärksten mit dem Erhalt einer Remission bzw. einem Flare korrelierten. Am besten schnitten die Modellrechnungen bei der Vorhersage von Remissionen ab: die Spezifitäten bzw. negativen prädiktiven Werte betrugen bis zu 77% und 79%.

Von den 35 besonders relevanten Komponenten zählten 25 zu den Fettsäuren (gesättigte, ungesättigte und kurzkettiger Fettsäuren). Erhöht war in der Gruppe der Patienten in anhaltender Remission (n=29) der Konsum von Buttersäure, Linol-, Linolen- und Caprinsäure, außerdem von Vanillin (Aromastoffe der Vanilleschote) und 4-Hydroxyprolin (enthalten z. B. in Knochenbrühe und Gelatine).

Positive klinische Daten zu einer gastroprotektiven Wirkung gibt es nach Angaben der Autoren bisher nur zur hochdosierten Zufuhr der kurzkettigen Buttersäure. Mit einem erhöhten Flarerisiko assoziiert wurden u.a. Myristin- und Palmitinsäure – weitverbreitete gesättigte Fettsäuren – , außerdem Kaempferol-3 (natürliches Flavonoid) und das Spurenelement Molybdän. In der Regel stammten die genannten Nahrungsbestandteile nicht aus wenigen, sondern aus mehreren bis zu 100 Nahrungsquellen.

Quelle
  • Meima M et al. Food Compounds Associated With Disease Activity in Inflammatory Bowel Disease. Inflamm Bowel Dis 2025; 31: 3051–3059. doi.org/10.1093/ibd/izaf126

(ID:50703198)