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Late-Onset CEDSpät auftretende CED zeigt Besonderheiten und wird auch unterschiedlich behandelt

02.09.2026Ausgabe 4/20262min. Lesedauer

Immer mehr Menschen erkranken erst relativ spät – im Alter ab 60 Jahren – an einer CED. Daten einer großen britischen Kohortenstudie belegen, dass es sich bei einer Late-Onset (LO) CED um einen besonderen Phänotyp handelt, der sich von einer CED mit früherem Erkrankungsbeginn unterscheidet. Auch bei der Therapie zeigten sich Unterschiede, vor allem im Vergleich zu einem Erkrankungsbeginn im Alter von 16–39 Jahren (Young-Onset [YO] CED) besonders deutlich.

Bei 10% bis zu 15% aller CED-Patienten werde derzeit die Diagnose erst spät im Alter ≥ 60 Jahre gestellt, Tendenz steigend, berichten die Studienautoren. In der Untersuchungskohorte von insgesamt 32.012 Patienten aus 180 Zentren in Großbritannien (16.930 mit Colitis ulcerosa [CU], 15.082 mit Morbus Crohn [MC]), zählten 13,3% der CU- und 9,3% der MC-Patienten zu den spät Betroffenen. Charakteristika der Erkrankung und Therapie in dieser Gruppe wurden mit Patienten mit YO-CED und mit Patienten mit Erkrankungsbeginn im Alter von 40–59 Jahren (Mid-Onset [MO] CED) verglichen. Das mediane Follow-up betrug 10–12 Jahre. Die Studie ist die bis dato größte zu Phänotyp der CED und Therapie in Abhängigkeit des Erkrankungsbeginns.

Unter LO-CED-Patienten, mit CU und mit MC, waren häufiger Ex-Raucher und mehr Übergewichtige. Patienten mit LO-CU, gehäuft Männer (56,5%), hatten im Vergleich zu beiden Gruppen mit früherer Diagnose häufiger eine linksseitige Colitis (54,2% im Vergleich zu 51,8% MO und 49,3% YO) und seltener eine isolierte Proktitis (14,5% vs. 19,3% und 17,7%). Ausgedehnte Erkrankungen waren in allen Gruppen mit einem Anteil von 30% bis zu 33% ähnlich häufig.

Patienten mit LO-MC hatten seltener Entzündungen im Bereich des Ileokolon (17,8% vs. 22,5% MO und 34,2% YO) und seltener perianale Läsionen (15,2% vs. 21,5% bzw. 33,8%) als die Vergleichsgruppen. Am häufigsten waren nur Ileus (46,4%) oder Colon (34,6%) betroffen. Penetrierende Erkrankungsformen waren bei LO-MC deutlich seltener als bei YO-MC (5,3% vs. 11,9%, p < 0,001).

Patienten mit LO-CED wurden seltener mit Kortikosteroiden (CU: 53,7%, MC: 51,9%), Immunmodulatoren (CU: 31,1%, MC: 59,6%) und TNF-alpha-Inhibitoren (CU: 17,3%, MC: 62,2%) behandelt als Patienten mit früherem Erkrankungsbeginn. Die unterschiedlichen Therapien hatten jedoch keinen Einfluss auf die Zeitspanne bis zu einer Kolektomie oder einer intestinalen Resektion.

Patienten mit LO-MC wurden häufiger mit Ustekinumab und – im Vergleich zu YO-MC-Patienten – auch häufiger mit Vedolizumab behandelt. Dies deute daraufhin, dass bei ihnen Alter, Komorbiditäten und der Phänotyp der Erkrankung die Wahl eines Biologikums beeinflusse, so die Autoren. Weitere Studien zur Beurteilung einer Differentialtherapie seien nötig.

Quelle

  • Foulser PFG et al. Disease phenotype affects treatment of late-onset inflammatory bowel disease: Analysis of a large UK cohort. Inflamm Bowel Dis 2026; doi.org/10.1093/ibd/izag072

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