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CED in DeutschlandBiologikaverordnungen von 2012 bis 2020 um das 2,5- bis 3,5-Fache gestiegen

26.03.2025Ausgabe 2/20252min. Lesedauer

Im Zeitraum von 2012 bis 2020 stieg die CED-Prävalenz gemäß Daten von GKV-Versicherten in Deutschland kontinuierlich. Der Anteil der deutschen Bevölkerung mit Colitis ulcerosa (CU) stieg geschätzt von 0,30% auf 0,38%, die Prävalenz von Morbus Crohn (MC) von 0,26% im Jahr 2012 auf 0,33% im Jahr 2020. Deutliche Veränderungen gibt es auch bei den Verordnungen von Medikamenten. Biologikaverordnungen nahmen im Untersuchungszeitraum bei CU etwa um das 3,5-Fache und bei MC um das 2,5-Fache zu. Am höchsten waren die Prävalenzen von CU 2020 bei 65- bis 69-Jährigen (0,57%) und von MC bei 55- bis 59-Jährigen (0,49%).

Die hier untersuchte sog. administrative CED-Prävalenz auf Basis von Krankenkassendaten könne allerdings von der tatsächlichen Prävalenz in der Bevölkerung etwas abweichen, schreiben die Autoren der aktuellen Bestandsaufnahme. Der Frauenanteil lag 2020 bei CU bei 52,7% und bei MC bei 59,3%. Der Anstieg der administrativen Prävalenz sei womöglich auf eine niedrige Mortalität bei stabiler Inzidenz zurückzuführen, so die Autoren. Die Abnahme der Prävalenz bei Senioren könne eventuell auf eine sinkenden Krankheitsaktivität im höheren Alter und einen damit einhergehenden geringeren Versorgungsbedarf zurückzuführen sein.

Mit großem Abstand am häufigsten werden CED-Patienten nach wie vor mit Mesalazin behandelt. Verschreibungen nahmen bei CU-Patienten im Untersuchungszeitraum nur um 5% ab, von 508,3 auf 483,3 Verordnungen pro 1.000 Patienten. Bei MC ging die Verwendung von Mesalazin um 29% zurück, von 314,6 auf 224 Verordnungen pro 1.000 Patienten.

Die Anzahl an Verschreibungen von Azathioprin sank im Beobachtungszeitraum bei CU um 32% (von 116 auf 79,4) pro 1000 Patienten und bei MC um 41% (von 198 auf 117,7 pro 1.000). Verordnungen von Methotrexat blieben bei CU nahezu gleich (12-13 pro 1.000 Patienten) und nahmen bei MC von 2012 bis 2020 um 7% ab (von 20,2 auf 18,8) pro 1.000 Patienten.

Biologikaverschreibungen haben im Untersuchungszeitraum deutlich zugenommen, von 29,3 im Jahr 2012 auf 103,1 pro 1.000 Personen mit CU im Jahr 2020 und von 79,1 auf 199,8 pro 1.000 Personen mit MC. Adalimumab war bei MC 2020 das am häufigsten verschriebene Biologikum (87,9 pro 1.000 Patienten), gefolgt von Infliximab (51,5) und Ustekinumab (46,2). Bei CU-Patienten wurde insbesondere Vedolizumab zunehmend häufiger verordnet, im Jahr 2020 35,5 pro 1.000 Patienten. An zweiter Stelle lag Adalimumab (32 pro 1.000 Patienten), dessen Verordnungen ebenfalls anstiegen, gefolgt von Infliximab (27,7 pro 1.000 Patienten), das seit 2015/16 auf einem recht konstanten Niveau blieb.

Verordnungen von systemisch wirkenden Kortikosteroiden (Prednisolon, Prednison) sind bei CU-Patienten um 18% und bei MC-Patienten um 21% zurückgegangen. Deutlich gestiegen sind bei CU-Patienten Verordnungen einer oralen Budesonid-Formulierung (+33%), bei der der Wirkstoff erst im Dickdarm freigesetzt wird.

Quelle
  • Weylandt KH, et al. The administrative prevalence and pharmacotherapy of chronic inflammatory bowel diseases, 2012–2020. Dtsch Arztebl Int 2024; 121: 847–848. doi.org/10.3238/arztebl.m2024.0138

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