DGVSGeschlechterunterschiede bei CED vermehrt im Fokus
Beim CED-Management wurden große Fortschritte erzielt, aber die langfristigen klinischen Remissionsraten stagnieren trotz Verfügbarkeit neuer hochwirksamer Medikamente. Zu den aktuellen Forschungsfeldern zählt die Präzisionsmedizin auf Grundlage der Krankheitsbiologie und klinischen Verläufen unter Berücksichtigung auch geschlechtsspezifischer Unterschiede. Bei der DGVS-Tagung 2024 in Leipzig berichteten Gastroenterologen der Medizinischen Hochschule Hannover über eine monozentrische Querschnittserhebung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei klinischen und immunologischen Aspekten bei CED-Patienten.
Ausgewertet wurden Daten von 106 männlichen und 113 weiblichen Patienten, die sich bei der Eingangsuntersuchung in Bezug auf medikamentöse Therapien, Erkrankungsdauer und -aktivität wenig unterschieden. In der Regressionsanalyse korrelierten bei den Patientinnen Diagnoseverzögerungen (p=0,039), CED-Entität (p=0,001), Lebensqualität (p=0,001) und Vitamin D3-25-OH-Serumspiegel (p=0,035) mit der Krankheitsaktivität. Dagegen zeigten sich bei den Männern nur für die CED-Entität (p=0,004) und Lebensqualität (p=0,001) auffällige Assoziationen.
Die Anzahl der fortgeschrittenen Therapien (ADT) korrelierte bei beiden Geschlechtern mit der Krankheitsaktivität, wobei ADT bei Frauen mit „diagnostic delay“ assoziiert war (p=0,044). Nur bei männlichen Patienten zeigten sich nach Stimulation peripherer mononukleärer Blutzellen (PBMC) signifikante, entitätsspezifische Unterschiede in Interleukin-10-Spiegeln (p < 0,05) und nur bei männlichen Crohn-Patienten korrelierten die Interferon-Gamma-Spiegel mit der klinischen Aktivität (Harvey-Bradshaw Index).
Die klinischen und immunologischen Unterschiede bei männlichen und weiblichen CED-PatientInnen unterstrichen die Notwendigkeit geschlechtsdifferenzierter Betrachtungen, so das Fazit der Autoren.
- Püschel L et al. Geschlechtsspezifische Aspekte bei PatientInnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen – from bedside to bench. Z Gastroenterol 2024; 62(09): e6172. doi.org/10.1055/s-0044-1789711
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