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LebensqualitätJeder dritte CED-Patient von moderaten bis schweren physischen oder psychischen Einschränkungen betroffen

24.11.2025Ausgabe 5/20252min. Lesedauer

Fast jeder dritte CED-Patient weltweit hat nach eigenen Angaben eine eingeschränkte Lebensqualität durch mittelgradige bis schwere körperliche, psychische oder soziale Limitationen. Das hat ein Literaturreview von 17 Publikationen mit insgesamt 7.897 erwachsenen CED-Patienten aus 17 Ländern ergeben. Patienten mit Morbus Crohn (36,9%) waren etwas häufiger betroffen als Patienten mit Colitis ulcerosa (30,8%). Mit zunehmender Krankheitsaktivität nahmen die Prävalenzen zu.

Für die Bewertung der Einschränkungen wurden in den Studien zwei etablierte Fragebögen eingesetzt: der IBD Disabiltiy Index (IBD-DI) mit insgesamt 18 items, der vor allem in Studien eingesetzt wird, und die vereinfachte Version des IBD-Disk mit 10 items, der nach Angaben der Autoren gut zur Selbstanwendung durch den Patienten geeignet ist. Beurteilt werden hier von den Patienten auf einer Skala von 0–10 u. a. klinische Beschwerden wie Abdominal- oder Gelenkschmerzen, Schlafqualität, Gemütszustand, Sexualfunktion, Körperbild und Energielevel.

Mit beiden Fragebögen wurden ähnliche Ergebnisse erzielt: Nach dem IBD-Disk, der in 5 Studien eingesetzt wurden, lag die Prävalenz mittelgradiger bis schwerer Beeinträchtigungen bei 33,3% (95% CI 21,06-46,85, p<0,001), nach dem IBD-BI (12 Studien) bei 28,33% (95% CI 19,05-38,62, p<0,001). Insgesamt wurde eine gepoolte Prävalenz von 29,6% (95% CI 22,6-37,1, p<0,01) ermittelt. Dabei variierten die Zahlen von Land zu Land zum Teil deutlich. Am höchsten waren die Prävalenzen in China (52,0%), Italien (42,4%), Frankreich (35,4%) und Kanada (37,4%); mittlere Werte wurden in den USA (27,9%), Dänemark (26,6%), Australien (21,6%) und Saudi-Arabien (19,1%) gefunden; am niedrigsten waren die Raten in Spanien (7,3%) und den Niederlanden (7,1%).

Bei Patienten mit aktiver CED (56,9%, 95% CI 20,3-89,9, p<0,01) waren wie zu erwarten die Prävalenzen körperlicher, sozialer oder psychischer Einschränkungen höher als bei Patienten mit inaktiver Erkrankung (27,0%, 95% CI 3,3-62,0, p<0,01), bei hoher Heterogenität der Befunde in einzelnen Studien. Aber auch von rund einem Viertel der Patienten in klinischer Remission seien mittelgradige bis schwere Beeinträchtigungen berichtet worden, betonen die Autoren. Dies zeige auch die Unabhängigkeit von „disabilities“ von der Krankheitsaktivität. Es seien komplexe Zusammenhänge, die durch biologische, psychologische und Umgebungsfaktoren begünstigt würden.

Quellen
  • Nardone OM, Calabrese A et al. Global Prevalence of Disability In Inflammatory Bowel Disease: a Systematic Review and Meta-Analysis. UEGW 2025, Poster PP0404, Preprint iww.de/s14724
  • Ghosh S et al. Development of the IBD Disk: A Visual Self-administered Tool for Assessing Disability in Inflammatory Bowel Diseases. Inflamm Bowel Dis 2017; 23: 333–340. doi.org/10.1097/MIB.0000000000001033

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