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KomorbiditätenEndometriose: eher günstig für den Verlauf eines Morbus Crohn

06.07.2026Ausgabe 3/20262min. Lesedauer

Endometriose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen haben einen Immunsystem- und hormonabhängigen Verlauf gemeinsam und treten bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht selten in Kombination auf. Vermutet wird ein erhöhtes CED-Risiko bei Patientinnen mit Endometriose. Auf den Verlauf einer CED hat allerdings eine Endometriose offenbar keinen ungünstigen Einfluss. Im Gegenteil: Nach dem Ergebnis einer großen Multicenterstudie in Zentren in Frankreich und Belgien korreliert eine Endometriose bei Frauen mit Morbus Crohn (MC) sogar mit einem weniger schweren Verlauf.

In der Studie wurde der Krankheitsverlauf von 207 CED-Patientinnen mit Endometriose (149 mit MC, 58 mit Colitis ulcerosa [CU]) mit dem von 409 gematchten Patientinnen mit alleiniger CED im Verlauf von im Median 10 Jahren untersucht. Die Studienteilnehmerinnen waren zu Beginn im Median 23 Jahre alt, bei drei Vierteln war die CED vor der Endometriose diagnostiziert worden. Frauen mit CED und Endometriose hatten gehäuft extraintestinale Manifestationen, vor allem eine Gelenkbeteiligung (30,4% vs. 10,5% ohne Endometriose, p < 0,001), Frauen mit alleiniger CED gehäuft eine positive Familienanmnese für die Erkrankung (28,9% vs 17,1%; p = 0,003).

MC-Patientinnen mit Endometriose hatten im Studienverlauf ein deutlich verringertes Risiko für Komplikationen wie Darmschäden (Stenosen, Fisteln, intraabdominaler Abszess) oder einen Darmeingriff (hazard ratio 0,68; 95% CI: 0,50–0,92, p < 0,011). Dabei war es unerheblich, ob die Endometriose vor oder nach der Crohn-Erkrankung diagnostiziert oder die Endometriose operativ behandelt worden war. Der Bedarf an Immunsuppressiva (65,1% vs 76,3%, p < 0,008) und an Biologika (72,5% vs. 88,9%, p < 0,001) war bei Frauen mit Endometriose geringer als in der Vergleichsgruppe mit alleinigem MC. Bei Frauen mit CU und Endometriose waren Komplikationen (Kolektomien, Darmstrikturen) nicht signifikant seltener als bei alleiniger CU. Allerdings war die Zeitspanne bis zu einer Kolektomie in der Endometriose-Gruppe länger (6 Jahre [3–7,25] vs. 3 Jahre [1-9]). Zudem wurden Frauen mit CU und Endometriose seltener als die Vergleichsgruppe mit Immunsuppressiva (46,6% vs. 66,4%; p < 0,005) und Biologika (56,9% vs. 75,2%; p < 0,009) und häufiger mit 5-Aminosalicylaten (94,8% vs, 83,2%; p = 0,033) behandelt. Dies könnte auf einen potentiell milderen Krankheitsverlauf hinweisen, so die Autoren.

Quelle
  • Guillo L et al. Impact of Endometriosis on the Progression of Inflammatory Bowel Diseases: A Multicenter Retrospective Study. Clin Trans Gastroenterol 2025; doi.org/10.14309/ctg.0000000000000954

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