Ausgabe 3/2026
Akute schwere Colitis ulcerosa (ASUC)US-Daten: Bei jedem fünften ASUC-Patienten wird innerhalb eines Jahres eine Kolektomie nötig
Eine akute schwere Colitis ulcerosa (ASUC), gekennzeichnet durch häufige blutige Stuhlgänge, Bauchschmerzen, Fieber und Anämie, erfordert gemäß Leitlinie eine stationäre Behandlung mit sofortigem Beginn einer intravenösen Kortisontherapie. In einer großen Real-World-Studie in den USA wurde der weitere Krankheitsverlauf dieser Patienten untersucht: Bei mehr als 12% erfolgte bereits während des Klinikaufenthaltes eine Kolektomie, im 1-Jahres-Verlauf stieg die Rate auf über 20%.
MonitoringNeue Blutbiomarker zur Beurteilung der Krankheitsaktivität bei CED
Zur Beurteilung der Krankheitsaktivität von CED-Patienten könnten zwei neue Blutbiomarker geeignet sein: die Plasmaspiegel der von Neutrophilen freigesetzen Myeloperoxidase (pMPO) und des Proteins Calprotectin (pCal), das bereits als fekaler Biomarker (fCal) zur Beurteilung der Krankheitsaktivität herangezogen wird.
Morbus Crohn (MC)Intervallfasten zur Entzündungskontrolle?
LiteraturreviewInfliximab und Upadacitinib bei schwerer CU am schnellsten wirksam
Bei schwerer Colitis ulcerosa (CU) ist eine rasche Symptomkontrolle von großer Bedeutung. Wie groß sind die Unterschiede beim Einsatz fortgeschrittener Therapien in dieser Patientengruppe? Gastroenterologen aus Kanada, den USA und Österreich habe diese Fragestellung anhand einer Post-hoc-Analyse der Daten von 11 randomisierten kontrollierten Studien untersucht. Die besten Ergebnisse sowohl bezüglich der raschen Wirksamkeit als auch der Ansprechraten wurden dabei bei Einsatz von Infliximab und Upadacitinib erzielt.
KomorbiditätenEndometriose: eher günstig für den Verlauf eines Morbus Crohn
Endometriose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen haben einen Immunsystem- und hormonabhängigen Verlauf gemeinsam und treten bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht selten in Kombination auf. Vermutet wird ein erhöhtes CED-Risiko bei Patientinnen mit Endometriose. Auf den Verlauf einer CED hat allerdings eine Endometriose offenbar keinen ungünstigen Einfluss. Im Gegenteil: Nach dem Ergebnis einer großen Multicenterstudie in Zentren in Frankreich und Belgien korreliert eine Endometriose bei Frauen mit Morbus Crohn (MC) sogar mit einem weniger schweren Verlauf.
KognitionKognitive Defizite und aktive CED – ein bidirektionaler Zusammenhang
Aus retrospektiven Studien gibt es Hinweise, dass bei CED ein erhöhtes Demenzrisiko besteht. US-Wissenschaftler haben jetzt in einer Studie bei 356 älteren CED-Patienten (60–89 Jahre, im Median 70 Jahre, 60% mit Morbus Crohn), 42% von ihnen mit kognitiven Defiziten bei der Eingangsuntersuchung, einen bidirektionalen Zusammenhang beobachtet: