Akute schwere Colitis ulcerosa (ASUC)US-Daten: Bei jedem fünften ASUC-Patienten wird innerhalb eines Jahres eine Kolektomie nötig
Eine akute schwere Colitis ulcerosa (ASUC), gekennzeichnet durch häufige blutige Stuhlgänge, Bauchschmerzen, Fieber und Anämie, erfordert gemäß Leitlinie eine stationäre Behandlung mit sofortigem Beginn einer intravenösen Kortisontherapie. In einer großen Real-World-Studie in den USA wurde der weitere Krankheitsverlauf dieser Patienten untersucht: Bei mehr als 12% erfolgte bereits während des Klinikaufenthaltes eine Kolektomie, im 1-Jahres-Verlauf stieg die Rate auf über 20%.
In der US-Studie wurden elektronische Gesundheitsdaten von 9.716 Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) ausgewertet – im Schnitt 46,3 Jahre alt, 52,7% Frauen –, die in den Jahren 2014 bis 2022 wegen CU hospitalisiert und i.v. mit Kortikosteroiden behandelt worden waren. Bei 83,3% der Studienteilnehmer war vor Klinikeinweisung die Diagnose CU gestellt und 23,8% waren zuvor bereits mit Biologika behandelt worden.
Während des Klinikaufenthalts von im Median 5 Tagen erhielten insgesamt 1.271 Patienten (13,1%) zusätzlich zur i.v. Kortisontherapie eine fortgeschrittene Therapie, meistens Infliximab oder Adalimumab. Bei 1.186 Patienten (12,2%) wurde bereits während des stationären Aufenthaltes wegen nicht ausreichender Wirksamkeit der medikamentösen Therapie eine Kolektomie erforderlich. Am höchsten war die Kolektomierate mit 19,6% in der Gruppe der Patienten, die zuvor bereits wegen CU mit Biologika behandelt worden waren (n=2.310). Im Verlauf des ersten Jahres nach Klinikentlassung stieg die Kolektomierate in der Gesamtgruppe auf 20,4%, bei bereits mit Biologika vorbehandelten Patienten bis auf 32,7%.
Bei 14% der Studienteilnehmer wurde bereits im ersten Monat nach der Index-Hospitalisierung eine erneute CU-bedingte Klinikeinweisung erforderlich, bei 38% innerhalb eines Jahres. Insgesamt 4.383 Studienteilnehmer (45,1%) konnten nach erster ASUC ohne Kolektomie aus der Klinik entlassen werden. Im Folgejahr mussten in dieser Gruppe 51,1% mit oralen Kortikosteroiden und 43,5% mit einem Biologikum behandelt werden. Ein Drittel erhielten innerhalb von 90 Tagen eine fortgeschrittene Therapie. Eine erneute statiönäre Behandlung wegen CU war im Folgejahr bei 38,4% erforderlich, bei 8,2% erfolgte eine Kolektomie. Insgesamt sei der Anteil der Patienten mit schwerer CU, die nach Klinikentlassung mit Biologika behandelt wurden, mit unter einem Drittel „überraschend niedrig“ gewesen, schreiben die Studienautoren. Mit fortgeschrittenen Therapien könnten Hospitalisierungen vermieden werden, betonen sie.
- Raine T et al. Real-world patient characteristics, treatments, and outcomes during and after severe ulcerative colitis hospitalization. Journal of Crohn‘s and Colitis 2026; 20(4), jjag040. doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjag040
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